Einfache Richtlinien zur Stromversorgung von EDV Anlagen

Nachfolgend finden Sie einfache Spezifikationen bzw. Anforderungen für eine EDV - gerechte und praxiserprobte Elektroinstallation nach DIN EN 50173 wie sie in Lernzentren eingesetzt wird .
Aus Gründen der Sicherheit und Verfügbarkeit wird hier ein hoher Maßstab angesetzt.
  1. Büro & Lernzentren : 4-6 PC- Arbeitsplätze komplett ( PC, Monitor, Kleinperipherie ) auf einen Stromkreis.
  2. 1 Fehlerstromschutzschalter G - Typ mit 3 Leitungsschutzschalter 16 Ampere, D - Typ kombinieren ; nötig beim Betrieb von vielen CRT-Monitoren ; der C - Typ macht Probleme nach Stromausfällen!
  3. Auslösekennlinie D ( sehr träge ) ist definiert durch 10 bis 20 fachen Nennstrom.
  4. Fehlerstromschutzschalter mit Auslösestrom 0,03 Ampere, Bauart G ( mindestens 10ms Verzögerung ) Typ G: stoßstromfest, oberwellenfest, leuchtenfest.
  5. Verkabelung NYM 3*2,5mm²
  6. namhafte Hersteller der Automatenware bevorzugen ( z.B.: F&G, Schrack, ABB, etc. , keine "Haushaltsware" verwenden )
  7. Überspannungsschutzeinrichtung vorsehen z.B. OBO V25-B oder F&G VB7 - 280 / 4 Bauart C AS ( akustische Signalisierung )
  8. Variante gegen Aufpreis :FI/LS - Kombischalter 16A, derzeit am Markt nur C - Type erhältlich ; Vorteil: im Störfall fällt nur der betroffene Sicherungskreis aus: Nachteil: Mehrkosten durch Automat .
  9. Drucker & Plotter sind über einen eigenen Sicherungskreis zu versorgen
  10. keine " Weihnachtsverkabelung " ( Verteiler auf Verteiler ) ! Max 10 Ampere Dauerstrom pro Tischverteiler.
  11. sorgfältig ausgeführten E - Verteilerplan ( auf Datenträger u.2 facher Ausdruck ) in Plantasche bereitlegen.
  12. alle maschinellen Beschriftungen ( Hinterband ) nur auf gereinigte Oberflächen anbringen u. aufreiben.
Für Maschinenräume und größere EDV- Labors sind neben Klimatisierung und Brandschutz viele zusätzliche Maßnahmen wie EMV, Potentialausgleich, Bodenbelag, getrennte USV & Lichtstromversorgung , Überwachung der Netzqualität, Leckstromüberwachung, optionale Anspeisung mit Notstromaggregat uvm. zu berücksichtigen.

Die Installation einer USV ist unbedingt vorzusehen, da Stromausfälle nicht nur ein unkontrolliertes Ausschalten der Geräte und damit Datenverlust bedeutet, sondern oftmals auch Hardwareschäden als Folge auftreten. Weiterhin werden durch die USV , Störungen im Stromnetz (Spannungsspitzen ) herausgefiltert ; empfohlen wird " Online USV ", welche die Spannungsversorgung der Geräte vom Netz galvanisch trennt.

Bitte beachten!
CRT - Monitore ( ab 19 Zoll ) haben hohe Einschaltströme. C - Automaten sind daher nicht empfehlenswert. Schaltnetzteile können Leckströme bis in den mA - Bereich aufweisen. Eine hohe Anzahl von Power - Supplies kann daher zum korrekten , aber unerwünschten Abschalten des Fi -Schutzschalters führen!

FI - Schalter mit 30 mA können in der Praxis schon beim halben Bemessungsfehlerstrom - also 15 mA - auslösen. Daher ist die Anzahl der Fi - Schalter für den EDV - Betrieb zu erhöhen.

Eine zentrale Unterbrechungsfreie Stromversorgung ( USV, UPS ) ist mehreren kleinen Lösungen energietechnisch und wartungstechnisch vorzuziehen. Hierbei wird als Faustformel der maximale Verbrauch aller EDV - Komponenten in Watt ermittelt, dieser mit 1,4 multipliziert und 20% Reserve Aufgeschlagen ; somit ergibt sich die notwendige USV - Leistungsklasse in VA. Die gewünschte Autonomiezeit ist zu erwägen und führt so zum Bedarf an Akkumulatoren. Diese sind in vielen wartungsfreien Ausführungen mit unterschiedlicher Lebensdauer von rund 3 - 12 Jahre erhältlich. Ein Akkuparalellbetrieb ist wo immer möglich vorzusehen! Bei Drehstrom - USV -Anlagen ist zudem auf eine sehr gleichmäßige Phasenauslastung zu achten! Qualitativ hochwertige Anlagen sind nahezu zu 100% schieflasttauglich!

USV - Anlagen haben bis zu 10 % Verlustleistung, welche auch thermisch abgeführt werden muss. Die Nennleistungsangaben sind zumeist auf cos phi 0,8 bezogen!
Achtung: Bei höherem Leistungsfaktor aller angeschlossenen Verbraucher ( z.B.: cos phi = 0,93 von Schaltnetzteilen ) reduziert sich damit die Nennleistung erheblich!

Die Umgebungstemperatur von wartungsfreien Bleiakkumulatoren soll 20 ° C nicht überschreiten! Deren Lebensdauer sinkt mit steigender Temperatur alle 10° C um bis zu minus 50% ! Akku - Empfehlungen und Datenblätter sind von Herrn Sulies zu erhalten.

Monitore, Drucker und ähnliche Peripherie dürfen NICHT an das USV - Netz angeschlossen werden!

Beispiel für die Bemessung einer Klein - USV - Anlage:

2 PC - Server : 450 Watt gemessen im Volllastbetrieb
1 Workstation : 380 Watt gemessen im Volllastbetrieb
[ ( 450+380 ) * 1,4 ] + 20% = 1395 VA Scheinleistung
zu wählende USV - Leistungsklasse : 1500VA

Schukosteckdosen sind mit verschiedenfarbigen Zentralstücken codiert und mit Verteilerschrank - & Automatennummer zu kennzeichnen:
Vorschlag:
  1. Schuko - Zentralstück weiß
    Lichtstrom vom Verteiler CE mit Automat F305 - Beschriftung: CE F305
  2. Schuko - Zentralstück grün:
    USV - Netz vom Verteiler USV mit Automat 4F1 und Phase L1 - Beschriftung: USV 4F1/L1
Ihre Kontaktperson: Herr Olaf Sulies

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